Der Trauma Kongress fand vom 22. – 24. Oktober 2010 in Bad Herrenalb statt.
Auf der gut besuchten Veranstaltung wurden Betroffene, Familien und Fachleute aus Medizin und Psychologie über Methoden und Ansätze zur ganzheitlichen Therapie von traumatischen Erlebnissen informiert.
Trauma geht jeden an. Das Motto unserer Veranstaltung kommt nicht von ungefähr. Alle Menschen machen nicht nur direkt, sondern auch indirekt sehr einschneidende, existenzielle Erfahrungen im Leben. Der Tod eines nahestehenden Menschen – sei es durch Alter, Krankheit, Unfall oder Freitod – kann eine solche indirekte Form der Teilnahme an einem Trauma sein. Deshalb nimmt sich der erste deutschsprachige Kongress zum Thema Trauma neben den Betroffenen auch ganz bewusst ihren Familien und Freunden an. Die Seminare und Vorträge vermitteln die körperlichen und seelischen Auswirkungen traumatischer Erlebnisse. Dabei spielt die so genannte Psychosomatik neben anderen Bereichen der Psychotherapie und Psychiatrie eine wichtige Rolle. Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass ein Mensch, der ein Trauma erfahren hat, sehr eng an das Erlebte gebunden ist. Dennoch gibt es inzwischen eine Reihe gut erforschter, erfolgreicher therapeutischer Ansätze, die auf die Lernfähigkeit und die Möglichkeit zu positiver Veränderung setzen.
Ein wichtiger Punkt bei der Behandlung traumatisierter Menschen ist die Anerkennung des Erlebten. Das ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn Gefühle wie Schuld und Scham eine Rolle spielen. Basiert ein Trauma auf sexuellem Missbrauch, dann kommen solche Gefühle auch beim Opfer häufig vor. Doch auch Vertreibung, Naturkatastrophen und andere „beziehungsneutrale“ Erfahrungen haben Einfluss auf Gesundheit und zwischenmenschliche Bindungen. An dieser Stelle Vertrauen in andere und Selbstvertrauen wieder aufzubauen, so dass Veränderung und Genesung möglich werden, das ist unser therapeutisches Ziel.
Zu unterschiedlichen Schwerpunkten sind anerkannte Repräsentanten und Betroffene eingeladen, um eine möglichst umfassende Sicht auf das Thema zu ermöglichen. Der Kongress ist so angelegt, dass sich fachliche Erörterungen und Erfahrungen von Betroffenen ergänzen, um Anregungen für einen neuen Weg zur Genesung und Verarbeitung von Traumata zu gewinnen.
